1-phasiges / 3-phasiges Laden

3-phasige Stromanschlüsse auf den (halb-) privaten Parkplätzen sind in aller Munde. Viele erachten es als selbstverständlich, das eAutos 3-phasig laden zu können, wenn sie dann mal eines zulegen, und wollen daher bereits jetzt einen 3-phasigen Stromanschluss vorbereiten... ABER...

Sehr viele Autos können gar nicht 3-phasig laden, sondern nur 1-phasig. Dann bringt ein 3-phasiger Anschluss herzlich wenig, es sei denn, man installiert sich einen "Juice Phaser", welcher den Strom von L2 und L3 auf den L1 vom Ladekabel transformiert.

Warum können viele Autos gar nicht 3-phasig laden? Weil der Drehstrom-Anschluss eine Schweizer Eigenheit ist. In den meisten Ländern gibt es in Wohnsiedlungen gar kein 3-phasiges Stromnetz. Die Nachfrage nach 3-phasigem Laden ist daher schlicht nicht vorhaden in den meisten Ländern. In den meisten Ländern wird das ganze Haus lediglich mit 230V angeschlossen, dafür mit höheren Strömen. In der Schweiz hingegen darf man 1-phasig maximal bis 16A anschliessen. Wer höhere Ströme anschliessen will, muss das Netz 3-phasig belasten.

Bereits in Deutschland ist es üblich, den Kochherd mit 230V / 32A-40A anzuschliessen. Wer sich aus Deutschland einen günstigen Kochherd/Backofen in die Schweiz bestellt, muss ihn zuerst umverdrahten, um ihn 2- oder 3-phasig anschliessen zu können.

Übrigens im Ausland werden die Autos zuhause in den meisten Fällen an einer gewöhnlichen Schuko-Steckdose geladen. Also an 230V/16A.

Was ist ein Drehstrom-Netz (3-phasiges Netz)?

Als Laie kennt man häufig nur die 230V-Steckdose. Diesr hat die Anschlüsse L (Polleiter), N (Neutralleiter), PE (Schutzleiter).

Das Verteilnetz des Elektrizitätswerkes (EW) ist jedoch 3-phasig und besteht aus 3 Polleitern (L1, L2, L3), dem PEN-Leiter (Kombination von PE+N). Der PEN ist stets mit dem Erdreich verbunden. Daher auch oft "Erde" genannt.

Zwischen L1/L2, L2/L3, L3/L1 liegen jeweils 400V Spannung (Niederspannungsnetz). Daher spricht man auch vom 3x400V-Netz.

Nebst dem Niederspannungs-Netz gibt es auch noch das Mittelspannungsnetz (ca. 10-20kV), das Hochspanungsnetz (bis ca. 230 kV) und das Höchstspannungsnetz (über 230kV). Die Sternschaltung findet nur im Niederspannungsnetz Anwendung, um 1-phasige Verbraucher anschliessen zu können, was für kleine Verbraucher 1-phasiger Anschluss viel günstiger und einfacher zu bauen sind.

Drehstromnetz

Die 230V-Steckdose ist also nicht anderes als ein Drittel einer grossen Sternschaltung. Der Anschluss L der Steckdose ist L1, L2 oder L3. Der N-Anschluss ist nicht anderes als der Sternpunkt des in Sterngeschalteten Drehstromnetzes. Dieser Sternpunkt wird jeweils in der Trafostation gebildet und geerdet und dann als PEN-Leiter ins Haus geführt.

 

Hier eine kurze Erkärung zum Thema Drehstrom: https://www.youtube.com/watch?v=wy16EklBOXc