Lastmanagement

Das Lastmanagement

Warum braucht es ein Lastmanagement?

Um unnötige Kosten für eine stärkere Stromzuleitung zu umgehen.

Grundsätzlich könnte auch verzichtet werden auf ein Lastmanagement, wenn man genügend elektrische Leistung zur Verfügung hat, um alle Autos gleichzeitig laden zu können. Dies ist jedoch so gut wie nie der Fall, bzw. eine solch starke Stromzuleitung zu erstellen, wäre unverhältnismässig teuer. Werden 10 eAutos gleichzeitig mit je 11kW (400V/16A) geladen, entsteht ein Gesamtstrom von ca. 160A. Eine übliche Stromzuleitung eines mittelgrossen Mehrfamilienhauses liefert ca. 100-160A, somit alleine durch die eAutos die Stromzuleitung bereits an ihre Grenzen kommen würde. Kommt hinzu, dass die Fahrzeuge meistens nach Feierabend zuhause eingesteckt werden, also dann, wenn die Bewohner im Haus beginnen zu kochen und waschen - also dann, wenn die Stromzuleitung ohnehin bereits stark belastet ist.

Zuhause steht das Fahrzeug meist über mehrere Stunden auf dem Parkplatz und über Nacht sowieso. Es müssen also gar nicht alle Fahrzeuge kurz nach Feierabend sofort gleichzeitig geladen werden. Wenn einzelne Fahrzeuge nicht sofort, sondern erst nach dem abendlichen Strom-Engpass geladen werden, löst sich somit das Problem. Man könnte nun ähnlich wie beim Waschplan jedem Bewohner ein Zeitfenster bewilligen, in welchem sein Auto geladen werden darf (z.B. 18-22 Uhr, 22-02 Uhr, 02-06 Uhr etc.), um keine Enpässe entstehen zu lassen. Dies ist jedoch sehr mühsam und schlecht überprüfbar. Halten sie 2-3 Kandidaten nicht an die Abmachung, wird die Stromzuleitung überlastet und es wird dunkel im Haus. Kommt hinzu: Wer geht freiwillig mogens um 2 Uhr aus dem Bett, um das Auto endlich einstecken zu dürfen. Das ist also keine praktikable Lösung.

Die Lösung hierfür ist das Lastmanagement. Das Lastmanagement misst permanent alle relevanten Stromleitungen (Zuleitung Haus und Leitungen der Ladeinfrastruktur) und interveniert falls notwendig. Ist eine der Leitungen überlastet, werden einzelnen Lasten abgeworfen. Sind wieder genügend Reserven auf den Leitungen vorhanden, werden abgeworfene Lasten wieder zugeschaltet. Der Lastabwurf funktioniert natürlich nur, wenn die Last durch ein Schaltelement ausgeschaltet werden kann - z.B. ein Relais/Schütz. Übrigens ein Schütz ist ein rein elektromagnetischer Schalter und keine Sicherung. Was von Laien häufig als "Schütz" bezeichnet wird (der Kippschalter im Tableau) ist kein Schütz, sondern eine reine Sicherung (LS = Leitungsschutzschalter; oder FI = Fehlerstromschutzschalter).